Zwischenfazit aus dem wohl freundlichsten Land der Welt

Seit drei Wochen bin ich nun im Oman. Unfassbar, wie Tage verfliegen und gleichzeitig voll sind von Eindrücken. Wunderbaren Begegnungen. Herzlichen Menschen. Die Natur ist so unendlich atemberaubend, dass ich verstehe, warum die Menschen so tiefenentspannt, herzlich, aufmerksam und uneigennützig sind.

Am Anfang dachte ich, ich schäme mich dafür, es wäre Business. Sei freundlich und dann läuft das Geschäft. Mit Touren, Vermietung, Teppichen und was weiß ich. Aber die Tage hier „straften“ mich eines Besseren. Niemand wollte mir was andrehen. Im Gegenteil. Man war darauf bedacht, es mir besonders komfortabel, zuvorkommend und auf meinen Vorteil. Da bekommt man für ein Lächeln so viel Discount, dass es einem schon fast peinlich ist. Ein Upgrade im Hotel, den Mietwagen 70 Prozent unterm Preis. Den Tee am Straßenrand. Zugegebenermaßen nicht selten der Mädchenbonus. Aber wenn man schon Nachteile als alleinreisende Frau in Kauf nehmen muss, dann ist dieser Bonus wahrlich ein Energieausgleich.

Wichtigste Botschaft aus dem Oman – es ist das wohl freundlichste Land der Welt. Von einer atemberaubenden Herzlichkeit. Die vor allem von Kindern und Männern ausgeht. Die Frauen hier leben noch versteckter und zurückgezogener, als ich es vermutete. Ich kam leider kaum in irgendeinen Kontakt. Naja, gar nicht. Das eine Selfie zweier schüchterner Omanifrauen zählt nicht. Das ist wahrlich bedauerlich und ich hoffe, ich komme doch noch ein klitzekleines bisschen näher ans weibliche Geschlecht. Viel Hoffnung habe ich nicht, aber drauf werde ich den Fokus nicht setzen, solange ich die genauen Hintergründe nicht verstehe oder maximal oberflächlich erklären kann.

Zwei Drittel meiner Zeit sind um und ich realisiere, dass ich eine Pause brauche. Satte 4500km im Auto, 4000km davon alleine, 500km guided in die Wüste. Und dann kam der Moment, da war ich einfach nur noch erschöpft. Unfähig, ans Morgen zu denken, zu planen, keine Lust mehr auf die schönsten Orte des Landes. Mein Körper und meine Seele schrieen förmlich stopp. Diesmal hörte ich sofort darauf.

Ich schrieb Fatma, einer bezaubernden Marokkanerin, an der Westküste. Sie vermietete mir bereits vor zwei Wochen ein wunderbares Zimmer in einem Guesthouse, Alshumukh in Qualhat. Und genau ein Zimmer war frei. Pause für ein paar Nächte. Einfach pennen, aufs Meer schauen. Selbst ein kurzer Ausflug ins Wadi endete nach wenigen Kilometern – Rückwärts fuhr ich an den Strand. Öffnete den Kofferraum, legte mich den Rest des Tages im Auto mit Blick aufs Meer aufs Ohr, knabberte eine Möhre und drei Gurken und war einfach nur da. An einem Ort, nur bei mir. Das kam ganz schön zu kurz bei so vielen Eindrücken. Zeit, meinen ReiseEnergieHaushalt kritisch zu überdenken. Immerhin liegen noch zwei bis drei Jahre vor mir. Das packe ich definitiv nicht in diesem Tempo.

Sonne im Herzen von Liv

One Comment

  1. Annemie

    Da bekomme ich gleich Lust das Land und die Leute kennenzulernen. Alles Liebe
    Annemie

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